Weniger ist mehr – ein Plädoyer für digitale Enthaltsamkeit

Toller Titel, oder? Nachdem ich dann die Aufmerksamkeit habe…

Es geht allerdings um ein tatsächlich nicht ganz uninteressantes Thema. Mit der zunehmenden Vernetzung in der realen und digitalen Welt kommt auch schnell ein Informationsoverkill zustande. Wenn man allen Blogs, Nachrichtenseiten, Videoplattformen, Bildcommunities und sozialen Netzwerken folgen will, so ist man doch ziemlich schnell komplett überfordert (mehr dazu hier).

Neben dem Aspekt, dass dieses den Menschen stresst, kommt auch eine zeitliche Variante hinzu. Wie man hier nachlesen kann, verbringen eine Menge Menschen eine Menge Zeit im sozialen Netz.

Es machen sich schon die ersten Bestrebungen nach digitaler Enthaltsamkeit breit (hier bspw.).

Die meisten User die derzeit aktiv im Web 2.0 (oder wie man das auch immer nennen will) unterwegs sind, beschäftigen sich auch von Berufs wegen schon mit Dingen wie GTD, Aggregation oder Taskmanagement. Für diese ist der Umgang mit großen und unsortierten Informationsmengen mehr oder weniger normal.

Wenn dieses Phänomen (Web zwo null oder wie auch immer) aber in der breiten Masse ankommt und zum allgemein genutzten Medienkanal wird, wird sich auf breiter Front eine große Überforderung einstellen.


Dies wird eine der Herausforderungen an die Anbieter von Informationen und Diensten. Sie müssen es schaffen, dass eine Teilnahme und Aufnahme an diesem Informationsstrom nicht zu Überforderung und damit zu einer Zersplitterung der Informationen und User führt.

Patente Rezepte dafür gibt es derzeit noch nicht. Eine reine Zusammenfassung von Informationen wie derzeit durch Aggregatoren (Feedreader, Friendfeed oder ähnliche) ist nicht die Lösung. Es muss zusätzlich noch eine intelligente Filterung erfolgen, die Informationen danach bewertet wie relevant die Informationen für uns sind und Systeme sollten dementsprechend reagieren und die Informationen in verschiedenen Aufmerksamkeitslevels präsentieren oder auch verwerfen.

Auch wenn das Szenario automatisch und autonom agierender Systeme erstmal erschreckend wirkt, ist dies über kurz oder lang die einzige Möglichkeit. Alternativ bleibt nur die Abkehr von großen Teilen dieser Informationen als Form der manuellen Filterung.

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