Web 2.0 im Unternehmen – re:publica Tag 1

Ein Vortrag von IBM (einer der Sponsoren der re:publica) beschäftigte sich mit Web 2.0 im Unternehmen. Insgesamt ging es um die Akzeptanz von Web 2.0 Ideen und Technologien in Unternehmen und Strategien zu deren Einführung.

Während IBM als Technologiekonzern prädestiniert ist um Innovationen aufzunehmen und umzusetzen, ist dieses in großen Teilen der „alten“ Wirtschaft doch eher schwierig. Hier prallen Welten aufeinander, wenn Mitarbeiter plötzlich bloggen oder Inhalte getaggt werden sollen.

Als erfolgversprechende Strategie für die Einführung neuer Ideen oder Techniken wurden die folgenden Punkte aufgeführt:

Konkrete Ziele definieren:
Was soll mit der Einführung neuer Techniken, Arbeitsweisen oder Ideen erreicht werden.

Pilotgruppe identifizieren:
Welche Mitarbeiter stehen neuen Technologien aufgeschlossen gegenüber und vor allem, wer wird den schnellsten und größten Nutzen haben.

Multiplikatoren lokalisieren:
Wer im Unternehmen kann von Erfolgen gegenüber anderen Mitarbeitern berichten und damit intern für die Nutzung werben.

Ideensammlung mit Multiplikatoren und Early Adoptern:
Die geplante Pilotgruppe sollte in die Ideenfindung und den Prozess frühzeitig einbezogen werden.

Durchführung eines Trainigs für Pilotnutzer:
Neue Techniken werden nur akzeptiert, wenn sie verstanden werden und der potentielle Nutzen klar wird.

Regelmäßige Statusmeetings mit Pilotnutzern:
Um evt. Probleme oder ungeplante Entwicklungen frühzeitig zu erkennen muss regelmäßig Feedback von den Usern abgefragt werden.

Diskussion mit Piloten über erreichte Ziele:
Vor einem unternehmensweiten Rollout sollte geprüft werden, ob die Ziele erreicht wurden, und welche neuen Ziele sich evt. ergeben haben.

Ausweitung der Pilotnutzung:
Nach erfolgreichem Abschluss der Pilotphase kann der unternehmensweite Rollout erfolgen. Dabei können auch mehrere Stufen erfolgen.

Nachvollziehen wie Tools genutzt werden:
Ein regelmäßiges Monitoring über die Nutzung und die Einsatzszenarien der neuen Tools sollte den Betrieb begleiten.

Neben dieser Strategie wurden noch einige andere Punkte behandelt bzw. mit dem Publikum diskutiert. Ein großer Punkt waren die Anreize zur Nutzung der Tools. Hier kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass dies sicherlich der Dreh- und Angelpunkt ist. Solange niemand einen Anreiz hat, wird auch niemand irgendein neues Tools benutzen. Als potentielle Anreize kristallisierten sich persönlicher Nutzen (Arbeitserleichterung) und persönliche Reputation (bspw. in Form von Expertenstatus) heraus.

Eine wichtige Idee für die Einführung solcher Technologien war, dass man nichts Neues mit diesen Techniken machen sollte, sondern bereits ausgeführte Arbeiten erleichtern oder umstellen. Als Beispiel wurde die interne Organisation von Messen genannt, die konventionell mittels Telefon und Email erfolgt, mit Hilfe von Wikis oder Blogs jedoch deutlich einfacher und effizienter zu gestalten ist. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit von Erfolgserlebnissen und damit die schnelle Akzeptanz im Unternehmen.

Wichtig für eine erfolgreiche Einführung von Web 2.0 Ideen ist auch die richtige Auswahl der Pilotgruppen. Dabei sollte es sich nicht ausschließlich um die IT- und Marketingabteilung handeln, sondern es sollten auf jeden Fall auch Fachabteilungen wie Personal oder Vertrieb berücksichtigt werden, da nur so ein authentisches Feedback und eine Akzeptanz bei den Mitarbeitern auf breiter Ebene gewährleistet werden kann.

Der Bedarf für Web 2.0 Ideen oder Technologien in Unternehmen wird in den nächsten Jahre auf jeden Fall steigen. In den Ergebnissen einer von IBM vorgestellten Studie wurde deutlich, das viele Unternehmen über die Einführung dieser Techniken und Tools nachdenken, teilweise auch experimentieren, aber insgesamt noch ganz am Anfang dieser Entwicklung stehen.

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