Die Zukunft des Internet – Web 3.0 oder doch nicht

Nachdem ich in den letzten Wochen jede Menge über die Gegenwart und Zukunft des Internet gehört und gesehen habe, versuche ich hier mal meine Eindrücke und die daraus resultierenden Prophezeiungen darzustellen.

These 1: Das Netz wird mobil
Die Verbreitung mobiler Endgeräte mit Onlinezugang und zugehöriger Tarife mit Datenflatrates wird in den nächsten 1-2 Jahren inflationär ansteigen. Daraus resultierend werden sich viele Zugriffe auf Webseiten auf mobile Clients verlagern. Dies stellt komplett neue Anforderungen (inhaltlich und technisch) an die Anbieter von Inhalten und Seiten.

These 2: Das mobile Netz wird sozial
Mit der zunehmenden Verbreitung von mobilen Geräten wird der Trend zu sozialen mobilen Anwendungen steigen. Erste Beispiele sind schon sichtbar (Stichwort Livestreaming: Twitter, Jaiku). In weiterer Zukunft werden mobile Endgeräte Möglichkeiten bieten die Umgebung und die darin enthaltenen Daten mit Sinn zu füllen.

These 3: Das Netz wird bewegt
In einigen Jahren wird es eine große Zahl von Fernsehangeboten im Internet geben. Joost, AppleTV, Arte +7 und Podcasts sind erst der Anfang. Der Konsum von Fernsehen wird sich zunehmend ins Netz verlagern. Plattformen wie das kürzlich geschlossene TV-Links oder Alluc bieten schon heute (wenn auch in einer rechtlichen Grauzone) Fernsehen on Demand. Interessant wird dabei, wie die Monetarisierung dieser Angebote aussehen wird. Traditionelle Abo-Modelle werden nicht funktionieren.

These 4: Das Netz sind die Daten
Die wirklichen Reichtümer der derzeitigen Stars des Web 2.0 befindet sich in den Datenbanken. In naher Zukunft wird es zunehmend darum gehen die eigenen Daten mittels Schnittstellen verfügbar zu machen und so in Zusammenarbeit mit anderen einen Mehrwert zu bieten. Auch hier wird die Suche nach Einnahmemodellen eine spannende Herausforderung.

These 5: Soziale Netzwerke schaffen neue menschliche Interaktion
Zahlreiche soziale Netzwerke machen derzeit Furore (Facebook ist nur der neueste Star). Eine wirklich spannende Aufgabe für die Zukunft wird es sein, diese Modelle und Nutzer wieder in die reale Welt zu überführen. Langfristig streben Menschen nach Kommunikation in der realen Welt. Virtuelle Netzwerke können dafür immer nur ein Hilfsmittel sein und werden Wege bieten um diese Kontakte in der realen Welt weiterzuführen.

These 6: Das Netz manifestiert sich
Netzwerkgekoppelte Kühlschränke die automatisch Milch bestellen sind erst der Anfang. Es werden verstärkt reale Gegenstände als Schnittstelle zu Daten in unserem Lebensumfeld auftauchen. Egal ob als Interface zu bestimmten Daten oder als Anzeige für Interaktionen. Beispiele hierfür sind bspw. das Nabaztag oder die Ambient Orb. Gegenstände dieser Art werden immer häufiger in unserem Leben auftauchen und immer wichtigere Rollen spielen. Dadurch wird der Trend zu datenzentrierten Angeboten (s. These 4) im Gegensatz zu seitenzentrierten Angeboten verstärkt und untermauert.

These 7: Corporate goes 2.0
Die derzeit schon im öffentlichen Web alltäglichen Ideen, Herangehensweisen und Technologien aus dem Web 2.0 werden zunehmend in Geschäftsumgebungen und B2B Anwendungen integriert werden. Bereits jetzt schon sind Blogs, Wikis und Second Life in vielen Unternehmen ein Begriff oder werden schon genutzt. Aber wirklich akzeptiert und angekommen ist das noch nicht.

Sicherlich gibt es noch diverse andere Entwicklungen, aber dieses sind die meiner Meinung nach größten und wichtigsten.

weitere interessante Einträge

  1. Web 2.0 Expo Tag 2 Der zweite Tag der Web 2.0 Expo war durchwachsen. Es gab einige Highlights (Tom Coates,...
  2. Web 2.0 Expo – Tag 3 Der dritte Tag der Web 2.0 Expo stand ganz im Zeichen des Designs. Die Vorträge...
  3. Der Sprung auf den Desktop – WebApps verlassen das Netz Kürzlich bin ich über ein älteres Projekt aus den Mozilla Laboren gestolpert: Prism. Dabei handelt...

Related posts brought to you by Yet Another Related Posts Plugin.

Post a Comment

Your email is never published nor shared. Required fields are marked *