Web 2.0 Expo – Tag 3

Der dritte Tag der Web 2.0 Expo stand ganz im Zeichen des Designs. Die Vorträge waren sehr gut und die Slides hübsch (das Auge denkt ja mit).
Los ging es mit Jeremy Keith zum Thema „Microformats“. Die wichtigsten Punkte zusammengefasst

  • es geht nicht darum neue Daten zu publizieren, sondern nur Daten die bereits veröffentlicht werden mit sinnvollen Metainformationen anzureichern
  • man muss nicht perfekt sein. Ein bisschen Microformat ist besser als kein Microformat. Auch hier kam wieder die Idee durch, dass die Beiträge eines einzelnen das Gesamte verbessern.
  • Microformats werden mittels HTML Attributen bzw. bestimmten Klassen in HTML Tags eingesetzt. Sind also einfach in bestehendes Markup zu integrieren

Es gibt verschiedene Microformats. Die wichtigsten: hCard (für Kontakte), hCalendar (für Events), XFN (für Beziehungen zwischen Personen)

Genaueres findet sich unter http://www.microformats.org

Danach ging es weiter mit Kwame Ferreira von Fjord. Vornehmlich ging es um die Weiterentwicklung mobiler Geräte. Wichtig für die mobilen Gadgets der Zukunft ist es der umgebenden Welt Sinn zu geben. Dazu können Informationen wie die Position, Daten der mich umgebenden Menschen etc. beitragen.

Ein Problem verdeutlichte er sehr schön an einer Anekdote:

Es war einmal in New York. Er stand in einer U-Bahn Station und auf der gegenüberliegenden Seite stand ein hübsches Mädchen. Die einzige Möglichkeit die er zur Interaktion hatte (ohne wie ein Perverser zu wirken) war sein Äußeres und sein Verhalten. Er hätte ohne Probleme einen Freund in Tokio anrufen könne, aber mit dem Mädchen 10 Meter weiter konnte er nicht kommunizieren.

Mobile Lösungen werden dieses Problem immer stärker adressieren und vermutlich irgendwann lösen. Es geht dabei um spontane, kleine, soziale Netzwerke und Ansätze der Augmented Reality. Ein spannendes Thema. Sollte man verfolgen.

Und ein weiterer Designer folgte: Mark Boulton zum Thema: „Better Typography“.

Typographie ist im Netz normalerweise kein so großes Thema (… nehmen wir Verdana oder Arial…). Der Vortrag zeigt anhand vieler kleiner Beispiele und einiger guter Regeln auf, dass dem nicht so ist, sondern im Gegenteil Typographie einen sehr wichtigen Einfluss bei der Benutzung und Interaktion mit einer Webseite spielen kann. Typographie ist die mechanische Notation und Anordnung von Sprache. Daraus folgt aber direkt, das Typographie Einfluss auf die Verwendung einer Seite hat, da sie einen der wichtigsten Interaktionskanäle betrifft: die Sprache (oder auch: „Type is Interface“).

Es geht vorrangig darum zwischen den konzeptionellen des Autoren und denen des Users zu vermitteln und diese idealerweise in Übereinklang zu bringen.

Man sollte die Überlegungen hierzu schon in der Konzeptphase anstellen, damit man nicht später in Probleme läuft, die dann schwer zu lösen sind.

Die Keynotes waren an diesem Tag deutlich besser als am Vortag.

Microsoft präsentierte Photosynth, ein beachtliches Tool, das aus einzelnen Bildern einer Umgebung eine Pseudo-3D Ansicht generiert. Sehr hübsch und wirklich beeindruckend. Das gekoppelt mit dem Geocoding von Bildern wie bspw. bei Flickr könnte sehr interessant werden. Als Szenario: Man klickt bei Google Maps auf eine Koordinate, Photosynth ruft von Flickr Bilder ab, die mit den entsprechenden Koordinaten getaggt sind und erzeugt daraus eine 3D Ansicht. Klingt nicht schlecht.

Dann als „Star“: Jesse James Garret. Er hielt einen ziemlich guten Vortrag über die verschiedenen Level der Interaktion und Produktion von und mit Produkten (Webseiten sind ja schließlich auch nur Produkte).
Die wichtigsten Schlussfolgerungen sind:

  • Produkte sind auch Menschen. Entsprechend interagiert der Mensch mit den Produkten. Jeder der schon mal einen iPhone User beobachtet hat wie er seinen Touchscreen streichelt weiß was gemeint ist.
  • Man sollte schöne und elegante Lösungen finden, die funktionieren. Es reicht nicht nur schöne oder nur funktionierende Lösungen zu finden. Es geht um die Kombination dieser beiden Eigenschaften, die wirklich gute Produkte ausmachen.
  • Das eigentliche Produkt ist die Erfahrung die der User mit dem Produkt macht. Diese ist wichtiger als das Produkt an sich.

Nachmittags gab es eine ziemlich schlechte Session zu OpenSocial von Google. Selten jemand so schlecht und unvorbereitet präsentieren sehen. Und ich dachte immer bei Google würden nur High Potentials arbeiten.

Insgesamt ein erfolgreicher und inspirierender Tag.

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