Barcamp Hamburg – find ich gut

Am Wochenende war Barcamp und alle waren da. Es war ein prima Barcamp auch wenn es aufgrund der Professionalität eher an eine Konferenz als eine Unkonferenz erinnerte. Die Organisation war prima, die Location war angenehm und es gab immer (!) funktionierendes WLAN. Die Sessions waren durchweg qualitativ prima und es waren weniger Produktpitches als bspw. in Berlin vor ein paar Wochen.

Einige Notizen aus den Sessions:

Mobility 2. 0 von Sarik Weber (Cellity):

  1. Österreich ist für mobile Anwendungen Testmarkt. Dort kann man die kommenden Entwicklungen sehen
  2. Die Carrier werden sich zu Datentransporteuren entwickeln
  3. die Tarife für mobile Datennutzung werden günstiger und frei wählbar
  4. mobil kann man derzeit Nutzer mit weniger finanziellem Einsatz gewinnen als dies im ‘traditionellen’ Netz der Fall ist
  5. derzeitiger Trend ist eine parallele Bereitstellung von mobilem Client, mobiloptimierter Webseite und WebApp
  6. 15-20% aller SIM Karten wurden schon mal für mobilen Datenzugriff genutzt.

It’s the people stupid von Amos (VM People):

  1. 67% aller Kaufentscheidungen werden durch Bekannte beeinflusst
  2. 4 Schritte zum viralen Marketing: virales Potential identifizieren – Überträger identifizieren – Virus konstruieren – Nährboden bereiten
  3. man sollte Mundpropaganda systematisch planen und stimulieren
  4. man kann nicht alles kontrollieren – entsprechend muss man auf alles gefasst sein
  5. ein Produkt muss “der Rede wert sein” um virales Potential zu haben (ähnelt doch sehr meiner Schlußfolgerung hier)
  6. der Dialog sollte echt und auf Augenhöhe stattfinden. Die Zeiten für Top/Bottom Kommunikation sind vorbei
  7. virale Kommunikation ist Pullkommunikation
  8. virale Kommunikation entsteht an der Schnittstelle zwischen Web und Real Life
  9. virale Kommunikation ist ein Prozeß, kein Event und damit auch keine kurzfristig angelegte Maßnahme
  10. Content = User + Story
  11. die Community bildet sich dort wo User um ein reales Bedürfnis kondensieren (oft temporär)
  12. virale Kommunikation wird nicht gesendet sondern gesäht
  13. der User ist der Hero in der Kommunikation

3 kritische Webpunkte von Florian Bailey:

  1. der User sollte jederzeit einfache Möglichkeiten zu weiterer Interaktion haben
  2. eine Seite/Anwendung sollte den User niemals ans Ende kommen lassen (Bsp. Youtube – related Videos)
  3. häufige Bruchpunkte sind die Registrierung und jegliche Interaktionspunkte
  4. Viralität beginnt bei Person 1 und entsteht zwischen bestehenden Kontakten wenn Kommunikation erlaubt wird
  5. direkt nach einer Interaktion ist häufig ein guter Ansatz für virale Elemente (eigenen Content einfach an andere weitergeben)
  6. Tracking ist extrem wichtig, auch und gerade Interaktion
  7. Stickiness kann man durch emotionale Hinweise auf notwendige oder mögliche Interaktion erzeugen
  8. es geht darum den User in den Flow zurückzuholen, dabei sollte die Ansprache je nach Aktivitätsprofil angepasst werden

Den Rest der Sessions habe ich nicht mitgeschrieben. War teilweise zu interessant. Insgesamt ein sehr erfolgreiches Wochenende.

UPDATE: da ist man gerade mal fertig mit schreiben, da findet man die nächsten verlinkenswerten Beiträge zum Barcamp. Bastian hat seine Session (zusammen mit Nicole Simon) zum Thema Corporate Microblogging sehr schön aufgeschrieben (von zusammengefasst kann man da nicht sprechen).

UPDATE2: Sören Stamer hat einiges aus der Session “Internes Corporate Microblogging” aufgeschrieben. Sehr lesenswert.

weitere interessante Einträge

  1. Marketing vs. Social Media Auf dem Barcamp Berlin 3 gab es am Sonntag eine Session zum Thema “Marketing vs....
  2. Barcamp Berlin 3 – laut und schön Es war also Barcamp in Berlin. Und es war mein erstes Barcamp. Entsprechend gespannt...
  3. Ist Barcamp auch für Nicht-Geeks machbar Im allgemeinen Enthusiasmus nach dem Barcamp Hamburg entstand gestern abend auf Twitter ein kurze Diskussion...

Related posts brought to you by Yet Another Related Posts Plugin.

Comments 4

  1. Franz Patzig wrote:

    Das es eher an eine Konferenz erinnerte ist die schlimmste Beleidigung, die man einer BarCamp-Orga machen kann. Ich sehe das übrigens nicht so, weil alles was auf den BarCamp passierte 100% Teilnehmer-getrieben war. Unkonferenz heisst ja nicht unorganisiert. Wollte ich nur bemerken.

    Mit dem Rest hast du natürlich recht :)

    Posted 25 Nov 2008 at 09:05
  2. kopfbunt wrote:

    Mir geht es ähnlich wie dir. Hat man die eigene Dokumentation aufbereitet – schon kommen die nächsten guten Blogbeiträge. Vielen Danke für die Infos und den Link in deinem vorigen Artikel.

    Posted 25 Nov 2008 at 09:53
  3. Malte wrote:

    @Franz: oh oh, da muss ich wohl zurückrudern. War absolut nicht kritisch gemeint.

    Es bezog sich eher auf die Qualität der Orga und der Sessions (wobei ich schon schlechtere Konferenzen erlebt habe). Das sowas durch die Teilnehmer entstehen kann finde ich sehr bemerkenswert. Das Unkonferenz nichts mit unorganisiert zu tun hat ist klar. Ich fands auf jeden Fall prima.

    Posted 25 Nov 2008 at 10:13
  4. Franz Patzig wrote:

    Ich fand es auch nicht schlimm, ich wollte nur auf den Unterschied hinweisen.

    Posted 25 Nov 2008 at 10:22

Post a Comment

Your email is never published nor shared. Required fields are marked *