Web 2.0 Expo Tag 2

Der zweite Tag der Web 2.0 Expo war durchwachsen. Es gab einige Highlights (Tom Coates, Stowe Boyd) und einige echte Enttäuschungen (Googles Vortrag zu OpenSocial).

Alles begann mit Stowe Boyd (ich denke der Anfang würde ihm gefallen…). Das Thema seines Vortrags war “We build our Tools and they shape us: How Lifestreaming is shaping the web culture”. Insgesamt ging es um die Auswirkungen der neuesten Entwicklungen in sozialen Netzwerken und Lifestreaming (Pownce, Twitter, Jaiku etc.) auf unser Leben und insbesondere unser soziales Miteinander haben.

Die Quintessenz des ganzen war, dass es durch die vorbeiströmende Information („information is streaming by“) einfacher ist zu reagieren bzw. es für den prinzipiell faulen Menschen einfacher ist auf dem neuesten Stand zu bleiben. Menschen wollen Informationen geliefert bekommen und sich diese nicht aktiv irgendwo abholen müssen.

Durch die einfache Verfügbarkeit von Informationen und die passive Aufmerksamkeit ist es einfacher in Kontakt zu bleiben. Man kann den Grad an Aufmerksamkeit den man jemandem oder einer Information schenkt selbst steuern (ein weiterer Aspekt ist es das man durch solche Tools mehr „Kontaktoberfläche“ für andere bietet, da diese über mehr Informationen verfügen).

Insgesamt lautete die These von Stowe Boyd, dass es durch diese Tools zwar zu einem Verlust an Aufmerksamkeit für spezifische Informationen kommt, dass dieser aber durch den Gewinn durch die Vernetzung und Interaktion im Netzwerk ausgeglichen wird. Dieser Trend wird sich sowohl auf das private als auch das Berufsleben der Menschen erstrecken und der Trend zu Streaming Tools wird auch auf die Geschäftswelt übergreifen. Wir dürfen also gespant sein.

Der nächste Vortrag drehte sich um das Thema Interaction Design. Gregor Hochmuth definierte verschiedene Regeln die beim Design von Webanwendungen zu beachten sind. Insgesamt ein interessanter Vortrag, aber keine bahnbrechenden neuen Ideen.

Während des Vortrages saß ich neben Tom Coates, der als nächster sprechen sollte. Er war gerade dabei seinen Vortrag zu aktualisieren (ein Maniac am Mac).

Er sprach über „Designing for a Web of Data“. Die zentralen Aussagen waren:

  • die eigene Seite ist nicht das Produkt. Es ist nur eine Manifestation des eigentlichen Produktes, der Daten.
  • man kann niemals zu viele Daten haben
  • das Web wird sich von einer Seitenzentrierung zu einer Datenzentrierung verändern. In Zukunft werden also Daten im Mittelpunkt stehen und Anwendungen werden diese Daten nutzen und aufbereiten.

Deswegen sollte man sich überlegen, welche Daten man mit seiner Anwendung bekommt und wie man diese nutzen kann. Man sollte diese auch offen zur Verfgung stellen, da ein wichtiger Punkt für einen Erfolg im Web der Zukunft wird, dass man gut mit anderen Anbietern zusammenarbeitet und durch gegenseitigen Austausch von Daten und Services „das Ganze“ weiterbringt.

Der Rest des Tages war nicht so erfolgreich. Insbesondere der Vortrag von Google über die neue Initiative Open Social war ziemlich schwach.

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