Web 2.0 Expo – Tag 1

Der gestrige Morgen begann mit einem interessanten Vortrag von Cal Henderson (Flickr) über Scalable Architecture for Web Applications.Das doch ziemlich umfangreiche Thema wurde in knapp 3 Stunden relativ gut zusammengefasst. Insbesondere wurden Ideen und Lösungsansätze zur Skalierung von Web Anwendungen gegeben, die auf einfachen, und häufig Open Source, Lösungen basieren.

Die wichtigste Unterscheidung ist dabei zwischen horizontalem und vertikalem skalieren zu machen. Vertikales Skalieren besteht daraus, das einfach mehr oder schnellere Hardware genutzt wird um Engpässe aufzufangen. Das funktioniert zwar eine Weile sehr gut und ist meistens auch erstmal einfacher und billiger. Ab einer bestimmten Größe ist diese Vorgehensweise aber entweder nicht mehr möglich, oder nicht mehr zu bezahlen.

Dann kommt man zu horizontaler Skalierung. Dabei geht es vorwiegend darum die Last auf möglichst viele Schultern (Server) zu verteilen. Ein gutes Beispiel dafür ist Google, die mit relativ billigen Servern und einem eigenen Dateisystem Datenbanken mit extrem schnellen Reaktionszeiten und sehr hohen Lasten betreiben.

Diese Vorgehensweise erfordert allerdings etwas Planung und Überlegung auf der Applikationsebene. Man muss beispielsweise überlegen wie man Datenbanken auf verschiedene Server verteilen kann (bspw. User A-M auf einem Server und User N-Z auf einem weiteren Server) und wie man dabei vermeidet unendlich viele Anfragen an die eigenen Server zu stellen.

Weitere Punkte beim horizontalen Skalieren sind z.B. das Speichern und Lesen von Files. Hier geht es um das Cachen (Stichwort: memcached) von Informationen und die interne Kommunikation innerhalb des eigenen Systems.

Abgerundet wurde der Vortrag mit einigen Realworld Beispielen von Flickr und Livejournal.

Insgesamt ein guter Überblick über die Thematik. Weiteres dazu findet man im Buch von Cal Henderson „Building Scalable Web Sites

Der Nachmittag bestand für mich aus zwei Präsentationen.

Zuerst sah ich mir Kathy Sierra und ihren Vortrag „Create Passionate Users“ an. Kurz zusammengefasst ging es darum, dass man seinen Usern ermöglichen sollte in einem Bereich richtig gut zu sein („to kick ass“). Wenn man dies schafft, erzeugt man damit automatisch begeisterte und treue User.

Wichtig ist dabei dass es nicht um irgendwelche Tools oder Techniken geht, sondern um das Erlebnis der User. Um dieses „Kick ass“ Erlebnis zu ermöglichen und die User zu motivieren den Weg dahin zu gehen gibt es einige Punkte die man zur Motivation machen kann.

  • Ein motivierendes Ziel aufzeigen („give a motivating picture to your users“)
  • Einen klaren Weg zum Ziel definieren
  • Einfache erste Schritte um schnell erste Erfolgserlebnisse zu erreichen

Sein eigenes Konzept sollte man immer hinterfragen. Am besten indem jemand anderes auf alle Aussagen mit „Na und?“, „Warum sollte mich das interessieren?“ oder etwas ähnlichem reagiert. Damit wird man gezwungen die Wirkung und die Motivation des eigenen Konzeptes bis zur letzten Konsequenz zu durchdenken. Nur wenn dies möglich und sinnvoll ist, sollte man das Konzept weiterverfolgen.

Als letztes habe ich mir den zweiten Teil von Simon Willisons Vortrag über AJAX angehört. Also wieder ein bisschen Technik. Es ging vorrangig um fortgeschrittene Punkte in der Nutzung von AJAX. Neben Sicherheitsaspekten sprach er über Frameworks und Libraries.

Derzeit sind vier Frameworks relevant:

Ein wichtiger Punkt bei der Entscheidung für ein bestimmtes Framework sind die folgenden Kriterien:

  • Sind die Scipte unobtrusive (gibt’s dafür eine brauchbare deutsche Übersetzung?)
  • Funktionieren die Scripte sauber mit bestehenden und anderem entstehenden Code?
  • Und natürlich: je weniger man selber coden muss desto besser.

Basierend auf den obigen Kriterien ist jQuery derzeit die beste Library, obwohl auch das vom Einsatzzweck abhängt (bspw. ist YUI oder Dojo evt. für Interfaces besser geeignet, da es Widgets etc. gibt.)

Abschließend gab es noch die Keynote von Tim O’Reilly mit einigen interessanten Aussagen über die Zukunft des Web 2.0. Dazu aber später mehr.

weitere interessante Einträge

  1. Web 2.0 Expo – here we go So. Diese Woche ist also Web 2.0 Expo in Berlin. Die Meute wärmt die Laptops...
  2. Web 2.0 Expo – Tag 3 Der dritte Tag der Web 2.0 Expo stand ganz im Zeichen des Designs. Die Vorträge...
  3. Web 2.0 Expo Tag 2 Der zweite Tag der Web 2.0 Expo war durchwachsen. Es gab einige Highlights (Tom Coates,...

Related posts brought to you by Yet Another Related Posts Plugin.

Post a Comment

Your email is never published nor shared. Required fields are marked *